Ihr Schreibrezept

Sie finden hier eine einfache Anleitung in 10 Arbeitsschritten, um selbst einen Text zu einem beliebigen Thema zu schreiben.

 

1. Genug Stichworte

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Anfangs brauchen Sie eine sogenannte kritische Masse an Inhalt. Im jeweiligen Betätigungsfeld kennen Sie sich aus und wissen die wesentlichen Dinge. Daher brauchen Sie zuerst nur zu sammeln. Am einfachsten geht das per Brainstorming, beispielsweise in einem Mindmap. Stoßen Sie dabei auf Lücken, die Sie nicht selbst füllen können, ergänzen  Sie das Material durch recherchieren.

 

2. Filtern

Die Themen-Stichworte trennen Sie vorerst grob in zwei Gruppen: einerseits Inhalte, die Sie auf jeden Fall verwenden wollen und andererseits jene, die den Rahmen voraussichtlich sprengen werden. Wobei Sie letztere nicht vernichten, sondern als stille Reserve weiter zur Verfügung behalten.

 

3. Ordnen

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Die ausgewählten Themen sortieren Sie nach sinnvollen Kriterien. Wenn keine inhaltliche Struktur erkennbar ist, helfen andere Sortierkriterien wie Zeit oder Verständlichkeit.

Es ist gewiss Glück, wenn jetzt schon eine schlüssige Struktur erkennbar ist, aber eine gewisse Ordnung haben Sie sicher. Gelegentlich befindet sich der innere Plan des Textes nur in Ihrem Hinterkopf. Bestenfalls erreichen Sie dies später ebenso beim Leser.

Es geht beim Schreiben eigentlich immer nur darum: „Wie erzähle ich eine gute Geschichte?“, oder zumindest „Wie erzähle ich eine Geschichte auf interessante Art?“.

 

4. Es war einmal ... eine gute Geschichte

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Sollte bisher der rote Faden noch etwas farblos scheinen, hilft manchmal ein kleiner Trick: die Übertragung. Man nimmt ein anderes lebendigeres Thema mit Bezügen zum Leitthema oder stellt jeweils Bezüge her.

Ein schönes Beispiel dafür ist eine Buchveröffentlichung, die globalwirtschaftliche Themen über SAP beispielhaft an der wirtschaftlichen Entwicklung des Fußballclubs TSG Hoffenheim erklärt: "... Gründe für den Erfolg von SAP, die Informatisierung von Wirtschaft, ihre Auswirkung auf die Globalisierung und wie Unternehmen und Politik damit umgehen können – und sollten ..." [Matrix der Welt: SAP und der neue globale Kapitalismus  von Ludwig Siegele und Joachim Zepelin.]

 

5. Überschriften strukturieren einfach

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Je nach Länge des Textes wissen oder spüren Sie, wie viele Überschriften sinnvoll sind. Oft ergeben Ihre wichtigsten Stichworte erste Titel oder zumindest Arbeitstitel.

Jetzt oder später formulieren Sie diese aus. Wesentlich ist hierbei:

  • ein gleicher Erzählduktus (Sprache, Rhythmus und Stil)
  • was übrigens ebenso für den gesamten Text gilt.
  • Maßstab dafür ist selbstverständlich der Zielgruppen-Bedarf.

Grundsätzlich gilt:

  • kürzere Sätze
  • wenig Füllwörter (auch, eigentlich, in der Tat, ...).

 

6. Lücken gekonnt füllen

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Zuerst sammeln Sie Material mit weiterem Brainstorming, das ein Gerüst für weiteren Text darstellt. Falls das nicht reicht, erinnern Sie sich an 2.: hier hatten Sie Texte zweiter Wahl gespeichert. Nun ist der Moment, um zu klären, ob noch etwas Brauchbares dabei ist.

Genaugenommen schreiben Sie daraufhin unter jeder Überschrift nochmals eine kleine Geschichte. Diese Minigeschichten ergeben dann (hoffentlich) eine überzeugende Story, wie erst die Äste eines Baumes ihn dazu machen.

 

7. Richtige Aussagen, guter Ausdruck und Dramaturgie

Guter Ausdruck zeigt sich in der Verwendung deutscher Worte statt fremdsprachlicher (in einem deutschen Text). Außer, die Fremdworte sind eingeführte Begriffe, die sofort bei den meisten Lesern ein Bild erzeugen.

Überzeugen können Sie am Besten mit richtigem, interessantem und homogenem Inhalt und lebendigem Tonfall. Allerdings ist es nicht leicht, im Tagesgeschäft gute Texte über unternehmensfremde Themen zu schreiben.

Dann noch über das eigene Betätigungsfeld optimal zu formulieren, ist selbst für Textprofis schwierig. Denn bei eigenen Themen liegen eben viel zu viel Informationen vor - eine wahre Informationsflut.

Näheres dazu finden Sie hier: 10 gute Gründe für einen Freien Texter.

 

8. Text-Gestaltung: Überschriften, Absätze, Schriften, Schriftarten

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Die möglicherweise noch als Arbeitstitel dahindämmernden Überschriften und Zwischentitel überarbeiten Sie nun.

Die richtige Anzahl von Absätzen unterstützt Lesemotivation, Lesefreud, Lesefluss und Verständlichkeit. "Richtig" heißt hier: nicht zu viele und nicht zu wenige Absätze. Das klingt ganz einfach, ist es aber überhaupt nicht. Nach langjähriger Übung klappt das aber meist automatisch.

Für die Schrift(en) gilt, dass ein bis zwei üblicherweise reichen: Eine für den Fließtext und eine für Überschriften und Zwischentitel. Schriftarten (fett, kursiv oder unterstrichen) ergänzen die Textgestaltung (wenn sinnvoll und verständnisfördernd).

Auch hierdurch werden die "magischen Vier" (Lesemotivation, Lesefreud, Lesefluss, Verständlichkeit) gefördert. Eine Ausnahme bilden bei Onlinetexten die Unterstreichungen, da Sie meistens als Web-Links interpretiert werden. 

 

9. Grammatik, Rechtschreibung, Zeichensetzung

Die richtige und gute Grammatik fördert ebenso die Lesbarkeit und Verständlichkeit des Textes. Aber, was ist das genau?

  • Sinnvolle Sätze mit Subjekt, Prädikat, Objekt.
  • Nicht zu lang, nicht zu kurz.
  • Inhaltlich dramaturgisch und argumentativ aufbauen.
  • Am Anfang nicht zu viel verraten und damit die Spannung möglichst bis zum Schluss aufrechterhalten.

Richtige Rechtschreibung ist genauso ein "Selbstgänger" wie doch gar nicht so häufig anzutreffen ... Das Meiste lässt sich zwar nachschlagen, aber ohne ein sehr umfangreiches Grundwissen geht es nicht. Man kommt ja sonst vor lauter Suche gar nicht mehr zum Schreiben. Außerdem, was macht man, wenn man überhaupt nicht mal ahnt, wann ein Wort oder Satz unrichtig scheint und überprüft werden muss?

Wo man wie zuverlässige Quellen und Schreibweisen findet, ist auch nicht wirklich trivial.

Die automatischen Rechtschreibkontrollen in Textverarbeitungsprogrammen fangen nur manche grobe Fehler ab. Selbst teilweise hochpreisig ergänzend erworbene Tools finden nicht alle Fehler. Schon gar nicht, was Kommasetzung betrifft.

Leider kommt sogar noch hinzu, dass angebliche Fehler angezeigt werden, die gar keine sind. Vor allem im Grammatibereich. Oder bei Fachbegriffen und fremdsprachlichen Worten. Eigennamen von Personen, (kleinen oder entfernten) Orten oder Straßen sind den elektronischen Prüfern nahezu immer unbekannt. Außerdem sind sie (bei längeren Texten) oft so langsam, dass ich sie sehr selten überhaupt benutzen mag und eigentlich nicht empfehlen kann.

 

10. Der letzte Schliff durch die Schlussredaktion

Es mag helfen, gute Sachartikel anderer Autoren zu finden und zu analysieren. Wer weiß, eventuell stößt man auf Erfolgsrezepte, die bei der eigenen Textarbeit weiterhelfen.

Einfacher und schneller ist es, möglichst frühzeitig einen Texter oder Redakteur zu engagieren: Tel. 04068918624, jp@textarchitekt.de. Spätestens zur Schlussredaktion.

Bei schwierigen Themen empfiehlt sich unbedingt jemand mit Branchenerfahrungen oder sonstigem einschlägigen Fachwissen oder Vorerfahrungen ähnlicher Projekte.

Ein Profi zeigt sich gerade auch dadurch, dass er nicht alles selbst macht. Dem Artikel merkt man es immer an – so oder so.

 Autor: Jörg Peter